Domenico Scarlatti (1685–1757) hat in seinen 72 Lebensjahren fleißig Sonaten geschrieben. War damals ohne Twitter wohl nicht so einfach Zeit totzuschlagen wie 2020. Heute alle 559 Sonaten zu hören, ist allerdings auch kein leichter Zeitvertreib. Es ist gut möglich, dass ich manchmal nicht mit der vollen Konzentration bei der Sache war. Ebenfalls gut möglich, dass meine Bewertungen höchst subjektiv sind. Aber: Ich habe sie alle gehört. (Dass mein Sozialleben wegen COVID-19 zeitweise fast völlig zum Erliegen kam, hat seinen Teil dazu beigetragen.) Die Mühe kannst Du Dir jetzt also sparen.Damit ich über der Arbeit nicht völlig den Verstand verliere, habe ich die Sonaten in Kategorien eingeteilt, anstatt jede auf einen einzelnen Platz zu verweisen. Damit Du beim Lesen nicht völlig den Verstand verlierst, beschreibe ich hier nicht jedes Stück, sondern teile nur den interessanteren Teil meiner Notizen zu Werken oder Kategorien. Ein paar umstrittene Stücke habe ich auch noch aufgenommen, so komme ich auf eine Gesamtzahl von 559 Sonaten (statt 555, wie normalerweise angenommen). Meistens habe ich Scott Ross’ Cembalo-Einspielung gehört, manchmal aber auch zu Aufnahmen mit Klavier gegriffen (Asche auf mein Haupt!). Scarlattis Sonaten werden gerne als absolut originell oder unglaublich innovativ beschrieben. In Wahrheit ist ein großer Teil langweilig, gewöhnlich oder einfach nur schlecht. Musiker:innen, die auf solche Gesamteinspielungen stehen, sei an dieser Stelle nahegelegt, vielleicht auch den ein oder anderen Gedanken an die Menschen zu verschwenden, die sich das alles reinziehen müssen. Ich habe unter den 559 Sonaten aber auch Unglaubliches gefunden, großartige Stücke, die mich nicht nur mein Vertrauen in Scarlatti, sondern in die ganze Menschheit wiederfinden ließen. Schreib gerne deine Lieblings-Scarlatti-Sonate in die Kommentare. Ich mache dann einen Abgleich mit meinem Ranking – in ein paar Tagen, wenn ich wieder halbwegs gesellschaftsfähig bin.
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