Vor etwa einem Monat ging ein Gerücht um unter Opernfans in São Paulo: Die neue Inszenierung von Tristan und Isolde sei gestrichen. Als Regisseur Felipe Hirsch, der häufig am Opernhaus in São Paulo arbeitet, die Meldung bestätigte, war die Frustration groß, die Wagner-Oper war zweifellos das mit größter Spannung erwartete Ereignis der Saison, die Karten waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft gewesen.

Ein paar Tage später klärte sich die Lage: Tristan würde stattfinden; nur die Regisseurin Daniela Thomas sei entlassen worden. Das bedeutete, dass eine Woche vor Probenbeginn völlig unklar war, wie das Haus dieses anspruchsvolle Werk auf die Bühne bringen wollte.


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… ist Literaturwissenschaftler, Opernkritiker und Telenovela-Fan und lebt derzeit in Boston, Massachusetts. Er schrieb seine Doktorarbeit (Harvard) über Melodramen.