Ein Interview mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic

Text · Datum 23.3.2016

Max Emanuel Cencic, Jahrgang 1976, ist mit Philippe Jaroussky und Valer Barna-Sabadus einer der renommiertesten Countertenöre, jener männlichen Hochtöner, die es ohne physische Defizite mit den Kastraten des Barock aufnehmen können – und mit modernen Partien wie der, die der Komponist Aribert Reimann in seiner Oper Medea für Cencic schrieb. Dass der Sänger auch ein Gespür für das Potential rarer Stücke hat, zeigte sich schon bei Artaserse von Leonardo Vinci, von dessen Opern es davor noch keine Gesamteinspielung gab. Die Box, von Cencic produziert, verkaufte sich 25.000 Mal. Jetzt ist seine Aufnahme von Georg Friedrich Händels Arminio herausgekommen – ebenfalls als erste Gesamteinspielung dieser Oper, die 1737 in London herauskam. Volker Hagedorn sprach mit Cencic in seiner Pariser Wohnung nicht nur über Barockopern, sondern auch über shabby chic, die Erosion der Kultur, sein Studium der Außenpolitik und seinen cholerischen Lieblingskastraten.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.