Als Karlheinz Stockhausen fünf Tage nach den Terrorflügen in die Türme des New Yorker World Trade Centers bei einem Pressegespräch mit dem Schock-Ereignis »das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat« assoziierte (um über seine verstiegen-abgedrehte Spontaneingebung quasi im gleichen Atemzug selber zu erschrecken), ließen harsche Reaktionen bis hin zu Boykottaufrufen nicht lange auf sich warten. György Ligeti etwa bescheinigte dem zeitweiligen Weggefährten, mit dem er Ende der 1950er-Jahre am Studio für elektronische Musik in Köln experimentiert hatte, in entgeistertem Furor »Größenwahnsinn«. Andere gingen zu dem seinerzeit schon längst in esoterisch-kosmische Sphären entrückten Klangforscher aus dem Bergischen Land demonstrativ auf Distanz. Doch einer, dessen künstlerischer Weg bei Stockhausen begonnen hatte, hielt sich damals, vor nunmehr zwei Jahrzehnten, vornehm bedeckt: Péter Eötvös.


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schreibt seit den frühen 1990ern über Musik und anverwandte Themen. Als Schüler schlug er sich mit Latein und Altgriechisch herum, sonntags saß er auf der Orgelbank. Seine arg limitierten Tastenkünste mutet er heute nur noch sich selber zu. Drei Jahre lebte er in den USA, zwei Jahre in England. An der Freien Universität Berlin und State University of New York at Buffalo studierte er Germanistik, Anglistik, Amerikanistik und Philosophie. Von 1993 bis 2004 war er der für Musik, Medien und Kunst...