In einer Airbnb-Wohnung irgendwo in Zürich hat ein gutgelaunter 38-jähriger sein Smartphone fürs Zoomtreffen auf den Tisch gestellt, ein breitschultriger, bärtiger Typ im weißen T-Shirt, mit kurzen schwarzen Haaren und großem Lächeln. Es ist Pene Pati, Titelheld in der neuen Zürcher Produktion von Mozarts später Oper ›La clemenza di Tito‹. Vor einem knappen Jahrzehnt erst startete die Karriere dieses Tenors. Er kam 1987 auf einer Insel im Pazifik zur Welt, die vom Opernbetrieb maximal weit entfernt ist. Ein Gespräch über Samoa, Titus, Youtube und Oper als Alternative zu KI.
VAN: Sie haben gerade erst mit den Proben zum Tito begonnen. Er ist ja nicht der erste Mozart-Herrscher, den Sie singen.
Pene Pati: Letztes Jahr in Salzburg war es Mitridate. Den finde ich viel schwieriger wegen der tessitura, der Stimmlage. Aber La clemenza di Tito hat ihre eigenen Herausforderungen. Die Rezitative sind nicht so einfach.

