Der österreichische Regisseur Michael Haneke hält nichts von Steven Spielbergs Holocaust-Drama Schindlers Liste (1993), weil hier mit unzulässigen Effekten gearbeitet werde: »Sie kennen doch die Szene, wo man für ein paar Sekunden nicht weiß, ob aus den Duschköpfen Wasser oder Gas kommt. Das geht einfach nicht, das ist illegitim, eine Frage des Taktes und des Respekts. Man kann alles sagen, aber nicht auf jede Weise. Und für so ein Thema muss man einen anderen Weg finden, sonst ist man naiv, dumm oder kalkuliert.«
In Christopher Nolans epischem Biopic Oppenheimer hält J. Robert Oppenheimer eine triumphale Rede vor seinen Mitstreitern beim Manhattan-Projekt in Los Alamos, wo die auf Hiroshima abgeworfene Atombombe entwickelt wurde. Das Bild beginnt zu wackeln, und in den Jubel der Menge mischt sich der Schrei eines Mädchens, man sieht eine Frau, der sich die Haut aus dem Gesicht schält, und unter Oppenheimers Fuß wird eine aschfahle Leiche in den Staub getreten. Die Darstellung ist hier scheinbar abstrakt, denn die eigentlichen Bombenangriffe werden nicht gezeigt, aber Nolans Botschaft ist eindeutig: Die Entwicklung von Atomwaffen war eine schlechte Idee.

