Seit fast 365 Tagen leben Kinder und Jugendliche in der Ukraine im permanenten Ausnahmezustand. Jeden Abend gehen sie in der Angst zu Bett, dass Raketen ihr Zuhause treffen«, sagt Murat Sahin, Leiter von UNICEF Ukraine. Nach jüngsten Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen wurden in den letzten zwölf Monaten in der Ukraine mindestens 438 Kinder durch Kriegshandlungen getötet und 842 verletzt. Mehr als 2.300 Bildungseinrichtungen und mehr als 1.000 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Dies sind lediglich die verifizierten Fälle. Innerhalb des Landes sind rund 3,3 Millionen Kinder und Jugendliche auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Überall finden sich Blindgänger und Landminen und bringen Kinder weiter in Gefahr. Jeden Tag, den der Krieg weitergeht, wächst auch die psychische Belastung der Kinder. UNICEF schätzt mit aller Vorsicht, dass etwa 1,5 Millionen Kinder in der Ukraine ein hohes Risiko haben, an Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen zu erkranken. Der Musiktherapeut Nigel Osborne arbeitet seit vielen Monaten mit Kindern und Jugendlichen in der Ukraine. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.


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… arbeitet als Komponist, Lehrer, Wissenschaftler und für Hilfsorganisationen. Er leistete Pionierarbeit bei der Anwendung von Musik und kreativen Künsten zur Unterstützung von Kindern, die Opfer von Konflikten sind. Dieser Ansatz wurde während des Krieges in Bosnien-Herzegowina (1992–95) entwickelt und seitdem in der Balkanregion, im Kaukasus (Tschetschenien), im Nahen Osten (Palästina, Syrien und Libanon), in Ostafrika, Südostasien und zuletzt in der Ukraine umgesetzt.