»Das ist das erste Mal seit Kriegsbeginn, dass ich über meine Erfahrungen und Gefühle spreche«, sagt Lia Perlov, Solocellistin des Israel Philharmonic Orchestra (IPO), zu Beginn unseres Zoom-Calls. »Ich rede darüber nicht einmal mit meinem Partner oder meinen Eltern. Weil alles zu schwer zu verarbeiten ist. Es ist sehr schwierig, das in sinnvolle Sätze zu fassen, weil der Schock so groß ist.« Eigentlich war das Gespräch mit Lia und dem IPO-Flötisten Boaz Meirovitch, der auch im Orchestermanagement arbeitet, für den Vorabend geplant. Ab dem späten Nachmittag machte jedoch wiederholter Luftalarm in Tel Aviv ein Interview mit den beiden unmöglich. Lia und Boaz mussten Schutz suchen – so gut es geht. »Ich wohne im sechsten Stock«, erzählt Boaz. »In den Schutzraum zu laufen, dauert viel zu lange. Wenn man die Sirene hört, hat man nur etwa anderthalb Minuten, bis die Raketen kommen. Deswegen können mein Partner und ich nur ins Treppenhaus gehen und hoffen, dass unser Haus nicht getroffen wird.« 


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... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com