Die Staatsoper Hannover hat in Kooperation mit dem Schauspiel der Stadt den Mordfall Halit Yozgat als Oper auf die Bühne gebracht. Halit Yozgat war das neunte und letzte Opfer der rassistischen Mordserie des NSU; er wurde am 6. April 2006 und damit zwei Tage nach Mehmet Kubaşık in Dortmund in Kassel in seinem Internetcafé erschossen. Die Familie Yozgat fordert seitdem die Umbenennung der Holländischen Straße in Halit Straße als Erinnerung an den Ort, an dem Halit geboren und an dem er von Nazis ermordet wurde; und sie fordert eine umfassende Aufklärung des Tathergangs, der trotz fünfjährigem Gerichtsverfahren am OLG München und einem vierjährigen parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hessen weitgehend im Dunkeln liegt. Denn: Zur Tatzeit war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes im Internetcafé anwesend, Andreas Temme, der zugleich auch V-Mann-Führer für militante Neonazis war. Er meldete sich nicht bei der Polizei, sondern musste ermittelt werden und galt zunächst als Hauptverdächtiger. Auf Intervention des hessischen Innenministers Volker Bouffier wurden die Ermittlungen jedoch eingestellt, die dazugehörigen Akten wurden geschlossen, schließlich als »streng geheim« eingestuft und für Jahrzehnte unter Verschluss genommen.
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