Die Komponistin Milica Djordjević wuchs in den 80er und 90er Jahren in Belgrad auf, erlebte ihre Kindheit und Jugend inmitten der Balkankriege. Nur knapp sieben Jahre lang, sagt sie, habe sie ein »normales Leben« und »eine Art Kindheit« gehabt – dann begann sie, mit ihren Eltern täglich auf Demonstrationen zu gehen, friedliche Proteste gegen die Politik Slobodan Miloševićs, auf die 1999 Angriffe und Bombardierungen der NATO folgten. Sie erlebte extreme Armut, Inflation, Hunger, Angst. »Diese Kriege waren eine Katastrophe, die ganze Länder verwüstet hat, und deren Folgen über drei Generationen hinweg wirken«, sagt Djordjević im Interview. Es waren jedoch nicht die Kriege, die die junge Komponistin nach Westeuropa trieben – sondern ihre Liebe zur Musik und die hiesigen Ausbildungsmöglichkeiten. Mittlerweile ist Milica Djordjević Trägerin des Belmont-Preises für zeitgenössische Musik, des Ernst-von-Siemens-Komponist:innenpreises und des Claudio-Abbado-Kompositionspreises, der ihr beim Musikfest Berlin im September verliehen wird. Am 22. September wird dann auch ihr neues Stück, ein Kompositionsauftrag der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, uraufgeführt.


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… schreibt als freiberufliche Musikjournalistin unter anderem für die Zeit, den WDR und den SWR. Nach dem Musikstudium mit Hauptfach Orgel und dem Master in Musikjournalismus promoviert sie am Institut für Journalistik der TU Dortmund im Bereich der Feuilletonforschung.