Die Klassikinstitutionen der USA sind in letzter Zeit auffallend still. Stiller als beim Mord an George Floyd. Viel stiller als bei der russischen Invasion in der Ukraine. Einzelne Musiker:innen äußern sich durchaus, aber weil auch die Institutionen in den letzten Jahren in politischen Fragen häufiger Positionen bezogen haben, überrascht ihr aktuelles Schweigen.
Wenn es um den autoritären Umbau der USA durch die Trump-Regierung geht, haben unabhängige Nachrichtenagenturen längst eine Art liturgische Routine im Aufzählen der Verstöße gegen die Verfassung entwickelt: Maskierte staatliche Milizen entführen Menschen auf offener Straße, darunter auch US-Bürger:innen, weil sie Spanisch sprechen. Die Regierung deportiert Menschen in eine Art Gulag, wo selbst ein Hungerstreik niemanden interessiert –man muss schon in den »Blutstreik« treten Personen, die verdächtigt werden, Drogen in die USA geschmuggelt zu haben, werden vom Militär, das mittlerweile auf amerikanischen Straßen patrouilliert, kurzerhand hingerichtet. Medien werden mit Gerichtsprozessen unter Druck gesetzt. Behörden wie das Außenministerium greifen die Demokratische Partei als illoyale Opposition an. Und von den Regierungsgebäuden starrt das finstere Gesicht des Anführers herab.

