Vor 40 Jahren befreite Wolfgang Hildesheimer seinen Namensvetter von Marmor und Marzipan. Sein Großessay Mozart ist immer noch eine Herausforderung – und lässt in seiner offenen Form vieles Neue alt aussehen.

Wolfgang Hildesheimer • Foto © Isolde Ohlbaum
Wolfgang Hildesheimer • Foto © Isolde Ohlbaum

Jedes neue Buch drückt zehn ältere in den Schatten, und neun von denen bleiben da auch, vorsichtig geschätzt. Die paar, die sich länger halten, werden zuerst »Longseller«, dann »Klassiker« und im schlimmsten  Fall »Pflichtlektüre«. Nur ganz wenige verlieren dabei nicht das elementar Neue, mit dem sie einmal ins Bewusstsein krachten. Und dazu gehört ein Musikbuch, das eigentlich kein Jubiläum braucht, um gewürdigt zu werden. Dass Wolfgang Hildesheimers großer Essay Mozart vor 40 Jahren erschien, spielt trotzdem eine Rolle. Die vier Jahrzehnte seit 1977 sind ein historischer Zeitraum, an dem sich gut zeigen lässt, dass ein außergewöhnlicher Text selbst durch seine Alterserscheinungen und den gewandelten Stand der Dinge eher noch interessanter wird.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.