Vom Blatt gespielt heißt: die Themen, die wir in VAN abbilden in eine erweiterte Perspektive setzen. Sichtweisen miteinander verknüpfen mit Leuten, die was zu sagen haben und tief in der Musik verwurzelt sind.

Wir haben gerade das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO) auf dessen Asientournee begleitet. Es war interessant zu beobachten, wie sich das »kulturell Fremde« angeeignet wird, welche Wege der Rezeption durchlaufen werden. Du bist selbst viele Male in Japan und Korea gewesen, was ist dir dort aufgefallen?
Zunächst diese unglaubliche Konzentration. Ich habe in Japan einmal ein Recital mit allen Beethoven-Sonaten gespielt, das ist normalerweise schon hart für ein Publikum, die in einem Stück durchzuhören. Aber da gab es keinen Mucks, es wurde von Anfang bis Ende in einer stoischen Weise zugehört. Da war ich sehr beeindruckt. Es ist toll, in so eine Stille hinein Musik zu machen. Das klassische Konzert gleicht in Japan einem großen Luxusartikel, schon allein wegen der Preise, und man ist unheimlich empfindlich, wenn etwas nicht passt oder knirscht.

