Intolleranza 1960 zeigt in der aktuellen Neuinszenierung der Salzburger Festspiele eine äußerst kraftvolle und kongeniale Entfaltung und Fortschreibung von Nonos großem szenischem Experiment aus dem Jahr 1961. In Venedigs legendärem Opernhaus La Fenice uraufgeführt, sprengte das Werk damals nicht nur Konventionen sondern auch die herkömmlichen Dimensionen und Sujets von Musiktheater: eine Bergarbeitersiedlung, eine Friedensdemonstration, eine Polizeiwache, eine Folterkammer, ein Konzentrationslager sind Stationen einer modernen und hochpolitischen Leidensgeschichte, lose verbunden durch die Hauptfigur des Emigranten, der auf seiner Flucht seine Geliebte verlässt, in all den Wirren eine neue Gefährtin findet, in die verlorene Heimat aufbricht, am Ende aber von einer Sintflut eingeholt wird.
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