Vergoldete Kuppeln, Zinnen aus rotem Backstein, verspielte Schmucksteine, dazu Türme in unterschiedlichsten Größen und Höhen. Ein bisschen erinnert das Schweriner Schloss an die Kulisse eines Disney-Märchenfilms. »Neuschwanstein des Nordens« nennen es Besucher, die sich bei gutem Wetter zu Hunderten im Alten Garten davor tummeln. Aber obwohl das Schloss der glänzende Vorzeigebau der Stadt ist, die sich gerade um Aufnahme ins Unesco-Welterbe bemüht, stiehlt es dem Theater links daneben nur auf den ersten Blick die Show.

Zwar beherbergt das Schloss den Landtag, die politische Bühne, doch im Theaterbau pulsiert die kreative Keimzelle des Landes, die das Spiel der Mächtigen zu seinen besten Zeiten auch immer hinterfragte, aufs Korn nahm oder subversiv boykottierte. 2016 fusionierte das Mecklenburgische Staatstheater mit dem Landestheater Parchim und ist seitdem das einzige Staatstheater Mecklenburgs mit sechs Sparten: Schauspiel, Musiktheater, Konzert, Ballett, der Niederdeutschen Bühne (Fritz Reuter Bühne) und dem jungen Theater am Standort Parchim.

