»Er ist ein guter Pianist, aber er inspiriert mehr Fragen als Antworten«, schreibt ein Musikkritiker der Washington Post über ein Konzert des Pianisten Herbert Schuch. Dabei würde statt »aber« mit einer Kausalkonjunktion ein Schuh draus. Schuchs Klavierspiel zeichnet eine feine Innerlichkeit aus, die dem Hörer keine Interpretation um die Ohren haut, sondern zu offener Rezeption einlädt. Wir treffen uns mitten in der Karnevalszeit in einer Weinbar in Köln-Nippes. »Ich bin mir nicht sicher ob der Termin eine gute Idee ist, schließlich sollten wir uns gegenseitig verstehen und nicht nur mit Karnevalsliedern vollgedröhnt werden«, schreibt Herbert Schuch vorher per Mail. Die einzigen Hintergrundgeräusche kommen dann aber von einem Kleinkind, das gerade laufen lernt.

VAN: Im Jubiläumsjahr habe ich manchmal das Gefühl, Beethoven ist die Cashcow, die bis zum letzten Stück ausgepresst werden muss. Du spielst im Mai auch die Klavierfassung des Violinkonzerts. Muss das sein?

Herbert Schuch: Wahrscheinlich hat man nur ein paar Mal im Leben die Gelegenheit dazu. Ich weiß noch nicht, wie sich das Konzert überhaupt auf dem Klavier realisieren lässt. Es dürfte schwierig werden, weil es nicht pianistisch liegt. Wie soll man auf dem Klavier auf einem Ton Crescendo machen? Aber Beethoven hat es für Klavier bearbeitet, also warum nicht ausprobieren? Ich finde es ganz sympathisch, dass er nicht wie Brahms alles verbrannt hat, was nicht supergenial war. Darüber hinaus habe ich jetzt mit 40 die Gelegenheit des Beethoven-Jahres genutzt, mal alle seine Klaviersonaten zu spielen. Oft spielt man ja dieselben Stücke. Da fehlt einem dann ein bisschen die Gesamtschau.


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... ist Gründer und Herausgeber von VAN. ✉️ hartmut@van-verlag.com