Im Wald – da sind bekanntlich nicht nur die Räuber. Im Wald lauern auch, laut Sigmund Freud, allerhand unterbewusste Ängste und Gelüste. Egal, ob man sich also alleine oder unter »Leuten« im Wald befindet: Es ist gefährlich dort. In der großen Psychoanalyse-Pionierzeit Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich Arnold Schönberg von Marie Pappenheim (deren Bruder schließlich Psychiater wurde) ein Libretto schreiben, das seines Monodramas Erwartung op. 17 (1909). Ein Ein-Frauen-Stück, circa 30 Minuten lang, hochmodern, expressionistisch, expressiv, extrem. Des Nachts sucht eine junge Frau ihren Geliebten im Wald. Voller Angst erlebt sie alle möglichen seelischen Ausnahmezustände, auch Hoffnung, Licht. Doch läuft sie der Leiche ihres Geliebten letztlich genau in die (toten) Arme …
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