Es gilt »das Konzert des Jahres« zu retten, drunter macht es das Escape Game der Elbphilharmonie nicht. »Der legendäre Geiger Paganono kehrt noch einmal auf die Bühne zurück. Musikfans aus der ganzen Welt kommen nach Hamburg, um dieses ganz besondere Konzert mitzuerleben.« So der Wunschtraum der Elbphilharmonie beziehungsweise der Ausgangspunkt ihres neuen und kostenlosen online Escape Games. Sieht aber schlecht aus für das Konzert des Jahres. Paganonos Geige ist auf dem Flug nach Hamburg kaputt gegangen, die »Projektleiterin der Elbphilharmonie« Nuria muss sie asap zur Reparatur bringen und man selbst soll einspringen, um eine Liste weitestgehend sinnfreier Aufgaben abzuarbeiten, mit denen Nuria sich ansonsten den Tag vertrieben hätte. Fehler in der Orchesteraufstellung zu finden, mag man als To-do gerade noch akzeptieren, selbst wenn hier die Posaune in der ersten Reihe neben Fagott und Pauke sitzen soll und eine Sologeige, um die es ja in der Story eigentlich geht, überhaupt nicht verzeichnet ist. Die gerahmten Bilder in Paganonos Garderobe in die Reihenfolge zu bringen, in der die musikalischen Werke, die sie symbolisieren, entstanden sind, ist schon recht hanebüchen. Dass ansonsten alles Mögliche im Haus über Zahlencodes aktiviert werden muss (der Fahrstuhl – okay, aber jede einzelne über das Lichtpult zu steuernde Beleuchtungseinheit?) ist völlig abstrus. Noch fragwürdiger ist allerdings, warum Nuria zwar Zeit hat, per Smartphone ellenlange Nachrichten und Emojis zu schicken, aber nicht mal eben ein paar im Haus offenbar relevante vierstellige Codes runtertippen kann. Um diese herauszufinden, muss man Hinweiszetteln folgen, die – warum auch immer – im Gebäude herumliegen oder an der Wand kleben. Dabei gilt es, viel in schönen Hochglanzbildern herumzuscrollen. Sehr viel zu scrollen. Mein Mitspieler wird wütend und verlangt die Hoheit über die Maus.
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