Am Samstag, den 17. März 2018 gegen 11:20 Uhr suchte Laura Eisen Daniel Barenboims Garderobe in der Staatsoper Unter den Linden auf. Die Orchestermanagerin der Staatskapelle Berlin wollte mit dem Dirigenten eine Besetzungsänderung in den Flöten für die bevorstehenden Endproben von Verdis Oper Falstaff besprechen. Nach Aussage Eisens, die sie im Juni 2019 gegenüber ihrem Anwalt macht und an Eides statt versichert, war Barenboim bereits wütend auf sie, als sie das Zimmer betrat. »Er schrie mich an, ich solle den Raum verlassen und er könne mir nicht mehr vertrauen«, schreibt Eisen. »Als ich dazu etwas sagen wollte, kam er auf mich zu, packte mich mit beiden Händen zwischen Schultern und Hals und schüttelte mich. Dabei schrie er mich an, dass ich verschwinden solle. Ich war geschockt, trat zwei Schritte zurück Richtung Tür und verließ direkt den Raum. Ich erinnere mich an den Gesichtsausdruck von Herrn Barenboim, der in dem Moment meines Zurückweichens selbst schockiert über sein Handeln zu sein schien.« Am Abend nach dem Vorfall, so Eisen gegenüber VAN, fühlte sie sich »schrecklich«. »Ich dachte: ›Bin ich im falschen Film?‹ Es war von seiner Seite aus völlig unangemessen. Aber vor allem war ich wütend darüber, dass es mir passiert ist und dass ich es zulasse«.
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