»Christophe Morin Glove« schlägt Googles Algorithmus unvermittelt vor. Der schwarze Handschuh, den der französische Cellist an seiner linken Hand trägt, ist, ohne dass er es darauf angelegt hätte, zu seinem Markenzeichen geworden. In Australien, wo er mit dem Modigliani Quartett tourte, in Internetvideos oder heute Abend in der Elbphilharmonie – das Vehikel, das ihm nach einer nun schon 13 Jahre andauernden nervlichen Belastung mit beruflicher Auszeit wieder erlaubt, Cello zu spielen, zieht Blicke und Fragen auf sich. Mal verschämt, mal direkt: Kollegen, Künstlerische Leiter, Publikum – alle interessieren sich irgendwie für seinen Handschuh. Zwischen Anspielprobe und Konzert mit dem Mahler Chamber Orchestra im Großen Saal der Elbphilharmonie treffen wir uns zum Gespräch. Es besteht kein Zweifel: Das Cello Spielen funktioniert mit seinem schwarzen gant (frz. für Handschuh), Christophes markante Bartók-Soli erreichen den letzten Platz der Elbphilharmonie und lassen im Angesicht von Abgrund und Schönheit zugleich erschaudern. Nachdem er seine ganz offensichtlich dringlich benötigte Zigarette geraucht hat, wofür es den mit elektrischen Sicherheitskarten regulierten Hochsicherheitstrakt »Elfi« zu verlassen gilt, treffen wir uns in der beschaulichen Cafeteria im 12. Stock. Örtlich wie thematisch eine Rückkehr zum scheinbar Profanen, es fällt schwer, nach dem Gehörten nicht über Musik zu sprechen.


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... hat französische und deutsche Literatur sowie Kulturmanagement in Bonn, Paris und Hamburg studiert. Heute arbeitet sie als freie Journalistin, Kuratorin und Dramaturgin im Bereich klassischer Musik. Unter anderem ist sie für die Donaueschinger Musiktage oder die Elbphilharmonie tätig, kuratiert die Philosophiereihe »Bunkersalon« mit dem Ensemble Resonanz, entwickelt die globale Konzertreihe »Outernational« und schreibt für das VAN Magazin.