Calixto Bieito ist verantwortlich für einige der eindrücklichsten Bilder, die in den letzten Jahren auf europäischen Opernbühnen zu erleben waren. Ich werde nie seine Version der Entführung aus dem Serail an der Komischen Oper Berlin vergessen. Mozarts Musik und die zeitgenössische Bordellkulisse rieben sich hier aneinander. Die Musik bekam etwas geheimnisvoll Schmutziges, während die Kulisse von einer schwer zu verortenden Noblesse durchdrungen wurde, und die Wirkung des allgegenwärtigen schlaffen Penisses des Sängers, der den Osmin spielte, schwankte zwischen gesunder Belanglosigkeit und Kitzel. Bieito probt derzeit für seine neue Produktion von Verdis I Vespri Siciliani am Opernhaus Zürich, die am 9. Juni Premiere hat. Dort erreiche ich ihn via Zoom.
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