Von Bruckner als einem Komponisten der Brüche zu sprechen, liebe er nicht – das erklärt Christian Thielemann mitten im Gespräch über seine Interpretation des ersten Satzes der Fünften. Und wenn es sie denn gäbe, dann sei es die Aufgabe des Dirigenten, solche Brüche zwar nicht zu glätten, aber sie in einen inneren, logischen Zusammenhang zu bringen. Bruch, durch Logik versöhnt: Wie soll das gehen? Schließt das eine nicht das andere aus? Und was heißt hier (und nicht nur hier) überhaupt »Logik«? Für die Bruckner-Gegner der ersten Stunde bedeutete sie »organische« Entwicklung und allseitige motivische Vermittlung des Materials. Die Habitusform von Bruckners Musik aber ist – bei aller auch ihr eigenen Konstruktivität – eine andere. 


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… ist als promovierter Musikwissenschaftler vor allem Bruckner- und Berlioz-Spezialist, hat aber auch zur Musik des frühen Mittelalters und zur aktuellen Bildenden Kunst publiziert. Er arbeitete außerdem für verschiedene Stiftungen wie die Studienstiftung des deutschen Volkes, wo er sowohl das wissenschaftliche Programm als auch die Kunst- und Komponistenförderung leitete, und kuratierte Ausstellungen für Häuser wie die Kunsthalle Düsseldorf.