Er ist Holländer. Der seinerzeit jüngste Solo-Cellist im Königlichen Concertgebouw Orchester gewann 1959 den Nobelpreis der Cellisten beim internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb. Eine solistische Weltkarriere stand bereit. Bijlsma wollte nicht. Nach sechs Jahren Orchesterdienst kündigte er 1968 und spielte nur noch Kammermusik, über 40 Jahre lang, bis eine Krankheit ihm das Instrument 2005 endgültig aus den Händen nahm. L’Archibudelli hieß das Ensemble. Es war nicht seines. Der Kern bestand aus seiner dritten Frau, der Geigerin Vera Beths und dem engen Freund Jürgen Kussmaul an der Bratsche. Drei Verschworene, keiner mochte die Sache an sich reißen. Und da sie keine Lust hatten, ihr Dasein mit wenig mehr als Mozarts Es-Dur Divertimento und Beethovens und Schuberts zwei Beiträgen zur Gattung Streichtrio zu verbringen, luden sie je nach Repertoire andere Solisten dazu und hatten künftig mit dem ganzen Reichtum an Werken zwischen Vivaldis Sonaten und Schostakowitschs op. 11 Abwechslung genug.
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