250 Komponistinnen. Folge 66: Bombenhagel im Hintergrund.
Am 18. April 1902 wurde in der georgischen Hafenstadt Batumi ein 22-Jähriger namens Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili verhaftet. Man warf ihm vor, eine Demonstration von Eisenbahnarbeitern organisiert zu haben, bei der 14 Menschen ums Leben gekommen waren. Der junge Mann wurde mit Verbannung nach Sibirien bestraft, von wo er – der sich bald nur noch »Stalin« nennen sollte – aber nach wenigen Monaten fliehen konnte.
Fast exakt einen Monat später – am 14. Mai 1902 – wurde Lūcija Garūta in Riga, damals noch dem Russischen Reich zugehörig, geboren. Lūcijas Mutter war Hausfrau, der Vater Buchhalter. Musisch sehr vielfältig interessiert erhielt Garūta während der Jahre an einem klassischen Mädchengymnasium Klavierunterricht und bald auch Musiktheorie-Stunden bei dem Kritiker, Dirigenten und Komponisten Nikolai Alunān, von dem – interessant genug – nicht eine einzige weitere Informationsspur aufzutreiben ist.

