Die schöne ukrainische Stadt Ismajil liegt am Unterlauf der Donau, nicht ganz am Schwarzen Meer; zwischen Odessa im Norden und dem bulgarischen Warna im Süden. Vor 900 Jahren hatten hier Vertreter der Republik Genua Einzug gehalten. Eine Festung wurde errichtet und das Fürstentum Moldau regierte bis Ende des 15. Jahrhunderts. Wie viele Städte der heutigen Ukraine – man denke an Lviv beziehungsweise Lwow beziehungsweise Lemberg – verraten schon die wechselnden Stadtnamen einiges über die Geschichte von Gemeinden, Regionen, Ballungsgebieten und Hafensiedlungen. Die Stadt Ismajil beispielsweise wurde auch İşmasıl genannt, was wiederum auf die osmanische Geschichte der Stadt rekurriert. Denn von 1484 bis 1812 waren Stadt und Festung Teil des Osmanischen Reichs. Zwischenzeitlich eroberte 1770 Russland die Stadt. Von den derzeitigen russischen Kriegsangriffen – hier im März 2022 – ist Ismajil noch verschont geblieben, liegt es doch im Grunde fast »umschlossen« von Moldawien, wenn auch in »Sichtweite« zur Krim, und doch mit einem gehörigen Stück Schwarzen Meer dazwischen.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.