Ich treffe Rebecca Saunders an einem sonnigen Nachmittag in ihrem Berliner Studio. Die Partitur ihres neuen Stücks ist an den Wänden um uns herum mit Klebeband befestigt; eine Seite löst sich und schwebt auf den Boden. Wir sprechen zunächst darüber, worüber wir nicht sprechen werden: welche Erfahrungen sie gemacht hat als Komponistin. »Es ist eine irritierende und meistens auch ein bisschen bescheuert gestellte Frage«, sagt sie. »Als ob mein Geschlecht mich oder meine Musik definiert. Sexualität hingegen, das könnte ein spannendes Thema sein.« Allerdings, fügt sie hinzu, sei es schon eine ziemlich patriarchale, konservative Kunstform. »Whisky, Zigarren, Halbglatze, Bärte.« »Die letzten beiden habe ich auch«, sage ich. »Du bist vielleicht okay«, antwortet sie.
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