Wir sitzen in der Kantine des Neubaus neben dem Nationaltheater München, wo der Tenor gerade die Meistersinger geprobt hat, in der Rolle des Gesellen David, mit der er im vorigen Jahr in Bayreuth debütierte. Daniel Behle ist nicht groß, ein jungenhafter 43-jähriger, kommt ohne Bugwelle daher und spricht so leise wie einer, der mehr nachdenkt als singt. Dabei ist der gebürtige Hamburger, der mit seiner Frau und drei Kindern in Basel lebt, ein extrem vielseitiger Tenor und dazu noch Komponist und Produzent seiner eigenen CDs. Ein Gespräch über lyrische und heldische Töne, Emotion und Authentizität – und die wahre Identität des Leiermanns in Franz Schuberts Winterreise.
…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit. Mehr von Volker Hagedorn

