Zugegeben, strikt physikalisch hat die Enzyklopädie Musik in Geschichte und Gegenwart recht: »Wo Musik anhebt, ist es mit der Stille vorbei.« Aber es ist eben auch keine Musik ohne den Hintergrund der Stille denkbar. Und »selbst die Stille bezeichnet sich durch Töne«, wie schon die Hauptfigur von Diderots großartigem Dialogroman Rameaus Neffe wusste: Musik kann sogar das Schweigen klanglich imaginieren.
Die absolute Stille aber wäre der Tod. Musik als Annäherung an Stille und als Reflexion übers Verstummen ist insofern, bei aller Ahnung, stets eine Bejahung des Lebens. Grund genug für eine Playlist, die sich der musikalischen Stille widmet. Nur auf die Übermutter aller Schweigestücke soll hier mal gefastet sein, John Cages stummes 4’33’’. Denn das haben Sie wahrscheinlich eh noch im Ohr.
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