Nina Simone, am 21. Februar 1933 in der winzigen Stadt Tryon in North Carolina geboren, ist bis heute als Jazzsängerin, Jazzpianistin, Songschreiberin und Bürgerrechtlerin unvergessen. Auf einer sehr ansprechend gestalteten, ihr gewidmeten Seite lesen wir: »Sie war eine der außergewöhnlichsten Künstlerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts, eine Ikone der amerikanischen Musik. Sie war eine vollendete musikalische Geschichtenerzählerin, eine – wie Sie später selbst erfahren sollte – Griotte, die ihr bemerkenswertes Talent nutzte, um mit einem großartigen Werk ein Vermächtnis der Befreiung, Ermächtigung, Leidenschaft und Liebe zu schaffen. Sie verdiente sich den Beinamen ›Hohepriesterin der Seele‹, denn sie vermochte, einen Zauber zu vermitteln, der so verführerisch und hypnotisch war, dass die Zuhörenden beim Erleben dieser Künstler Zeit und Raum – und quasi überdies sich selbst – vergaßen.«
Der Begriff »Griotte« (männl.: »Griot«) bezeichnet eine innerfamiliäre Geschichtenerzählerin aus dem westafrikanischen Kulturraum, die bei feierlichen Anlässen generationsübergreifend mündlich überlieferte Anekdoten und Geschichten vorträgt. Ein treffender Begriff für Nina Simone, auch mit Blick auf den langen Zeitraum ihres Wirkens. Simones erster Chart-Erfolg war Ende der 1950er Jahre ihre Interpretation des Gershwin-Songs I Loves You, Porgy. Ihr gewissermaßen »letzter Hit« gelang Simone 1993 mit A Single Woman.

