Von »Wiedergutmachung« kann sowieso keine Rede sein. Das Wort wird automatisch zum Euphemismus, wenn man es anwendet auf die im »Tausendjährigen Reich« angerichteten Verheerungen. Zu viele Dichter, Musiker, Maler, Film- und Theaterleute wurden in der nur zwölf Jahre andauernden nationalsozialistisch kontrollierten Regierungszeit mundtot gemacht. Ins Exil oder in den Tod getrieben, die Karrieren gekappt und gebrochen, die Stücke unterdrückt und verboten. Ungezählt die Kunstwerke, die gar nicht mehr entstanden sind. Ganze Genres verschwanden von der Bildfläche. Und, auch das gehört zu der Zeitenwende, die das vorige Jahrhundert in zwei Hälften teilte: Das Denken wurde vergiftet. Nachhaltig.


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.