Es gibt wenige Sängerinnen, die sich musikalisch so stilsicher durch verschiedene Genres und Epochen der Musikgeschichte bewegen wie Anna Prohaska. Wenn sie wie in ihrem mit Patricia Kopatchinskaja entworfenen Programm Maria Mater Meretrix an einem Abend Musik von Hildegard von Bingen, Crumb, Eisler, Tavener und Kurtág miteinander verbindet, wird das nie beliebig, aufgesetzt oder prätentiös, sondern bleibt stets glaubhaft, konzeptionell schlüssig und mit einem großen Sprachverständnis ausgestattet. Ich treffe Prohaska an einem Montagabend im »Weinverein Rote Insel« in Berlin-Schöneberg. Prohaska wohnt in der Nähe und kommt mit dem Rad. Sie erzählt sofort begeistert von einem Konzert der Berliner Philharmoniker mit Star-Wars-Komponist John Williams zwei Abende zuvor, das sie in einem Prinzessin-Leia-Kostüm besucht hat (»eher eine Esther Perbandt-mäßige Abwandlung«): »Ich war eine von zwei verkleideten Menschen. Erst habe ich überlegt, ob es mir peinlich sein soll, aber dann haben die Leute alle so nett geguckt.« 


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com