Die Arbeit von Teju Cole, einem amerikanischen Schriftsteller, Fotografen und Kritiker, ist durchsetzt von Verweisen auf die Künste, auf Literatur, Geschichte und – oft von ganz besonderer Schönheit – auf die Musik. In seinem Romandebut Open City sinniert der Erzähler über die Musik Gustav Mahlers: »Ich dachte darüber nach, wie manchmal Wolken über die sonnenbeschienenen Wolkenkratzerschluchten wehen, so dass deren starres Gefüge von Hell und Dunkel von vorbeiziehendem Dunkel und Hell durchbrochen wird.«Ich treffe Cole in seinem Büro in Brooklyn. Er legt zuerst Opening von Philip Glass auf, dann das Finale aus Satyagraha. Ein lauter Piepton unterbricht uns plötzlich. »Unser Feueralarm braucht neue Batterien, das wird uns also noch öfter passieren«, sagt mir Cole. Wir verbringen die nächsten eineinhalb Stunden damit gemeinsam Musik zu hören und zu sprechen. Er habe das Gefühl, Philip Glass nicht mögen zu dürfen, sagt er mir gleich zu Beginn.
PHILIP GLASS, SATYAGRAHA: FINALE; KEVIN BOWYER (ORGEL) • LINK ZUM ALBUM
VAN: Warum?
Teju Cole: Die Musik ist sofort da. Sie ist zu einfach zu greifen – und das spricht nicht gerade für ihre Raffinesse.

