Darmstadt, Sommer 1951. Bei den »Internationalen Ferienkursen für Neue Musik« herrscht Aufbruchsstimmung. Tagsüber besuchen die jungen Komponisten aus der ganzen Welt Seminare mit Titeln wie »La musique concrète« oder eine Einführung in die Zwölftonmusik, die Theodor W. Adorno anstelle des erkrankten Arnold Schönbergs hält. Abends diskutiert man auf den idyllischen Wiesen der Marienhöhe mit Blick über die Stadt, die noch in Trümmern liegt. Aus Frankreich hat der Musikkritiker Antoine Goléa eine eben erschienene Schallplatte mit dem neuesten Klavierzyklus Olivier Messiaens mitgebracht, Quatre Études de rythme. Ein 22jähriger Musikstudent aus Köln, zum ersten Mal in Darmstadt dabei, ist derart fasziniert von der Platte, dass Goléa sie ihm wieder und wieder vorspielen muss. Besonders das knapp vierminütige Werk Mode de valeurs et d‘intensités hat es ihm angetan. Für den Studenten, der Karlheinz Stockhausen heißt, zeigt es eine neue Art des Komponierens auf. Er gibt dem Stück einen eigenen, poetischen und für ihn selbst typischen Titel: Sternenmusik.
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