Es ist nicht so, dass man noch nie von Simon Laks gehört hätte, dem 1901 als Szymon Laks in Warschau geborenen und 1983 in Paris gestorbenen Komponisten. Seine Orchesterwerke wurden eingespielt, seine Kammermusik (mehrfach und hochkarätig), seine Oper Die unerwartete Schwalbe kam in Bregenz und Montpellier auf die Bühne, sein Bericht Musik in Auschwitz – Laks überlebte das KZ als Mitglied des Lagerorchesters – erschien 2014 bei Boosey & Hawkes. Doch eine Renaissance wie etwa dem ebenfalls aus Warschau stammenden Mieczyslaw Weinberg war Laks bislang nicht beschieden.

Jetzt ist sein komplettes Schaffen für Stimme und Klavier aufgenommen worden und erweist sich als leuchtender Kern des Œuvres, ideal besetzt mit Sopranistin Ania Vegry, Pianistin Katarzyna Wasiak und Dominique Horwitz als Sprecher. Die 44 Lieder sind in Laks´ Wahlheimat Paris entstanden, und man fragt sich mehr denn je, wie Musik von solcher Qualität in Vergessenheit geraten konnte. Volker Hagedorn sprach darüber mit Frank Harders-Wuthenow, dem Musikwissenschaftler, der bei Boosey & Hawkes das Œuvre von Simon Laks betreut und die treibende Kraft hinter dem Doppelalbum ist.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.