»Ich habe kein Handy, wie unglaublich das auch scheinen mag«, schreibt Sigiswald Kuijken mir, als ich das Interview anfrage. Seine Mail-Adresse teilt er mit seiner Frau Marleen Kuijken-Thiers, die als Bratschistin in dem von Kuijken 1972 gegründeten Ensemble La Petite Bande und dem Kuijken Quartett spielt. Kuijken spricht meist leidenschaftlich und ernst, am Ende einer längeren Antwort wartet er jedoch oft kurz, um dann leicht nervös zu lachen, was sehr entwaffnend wirkt.

VAN: Sie haben kein Handy und blicken eher kritisch auf Social Media. Wirkt die Gegenwart anders, wenn man sich viel mit der Vergangenheit beschäftigt?

Sigiswald Kuijken: Ich bin mir nicht sicher, ob es daran liegt. Ich habe nichts gegen die Gegenwart, ich bin auch kein Nostalgiker. Ich finde nur: heute ist man immer so hektisch. Ich möchte nicht immer erreichbar sein. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich Alte Musik spiele (lacht).


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.