Der neue Dokumentarfilm der Filmemacherin Sheila Hayman, Fanny: The Other Mendelssohn, erzählt die Geschichte von Haymans Ur-Ur-Ur-Großmutter, der Komponistin Fanny Hensel. (Mittlerweile ist er auch als bezahlter Stream verfügbar.) Den Anlass zu diesem Filmporträt gab die Entdeckung, dass die sogenannte Ostersonate, die lange Hensels Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy zugeschrieben wurde, in Wahrheit von der Komponistin stammt.
Mit Hayman spreche ich über die Arbeit in einem reinen Frauenteam und die Parallelen zwischen dem Leben der Komponistin und ihrem, aber auch dem der Pianistin Isata Kanneh-Mason, die Hensels Musik im Film zum Klingen bringt.

VAN: Ihr Film beginnt mit der Geschichte von einem Konzert von Felix Mendelssohn für Königin Victoria, bei dem der Komponist zugeben musste, dass das Stück, das die Königin von ›seinen‹ Werken am liebsten mochte, in Wirklichkeit von seiner Schwester komponiert worden war. Warum?
Sheila Hayman: Wir haben uns sehr gefreut, als [die Pianistin] Isata Kanneh-Mason zugestimmt hat, in dem Film mitzuspielen. Und als wir dann gemeinsam in diesen Raum im Buckingham Palace kamen … der lässt Mar-a-Lago wie IKEA aussehen. Wir dachten: Das müssen wir einfach so machen.

