Der erste richtige Straßenfeger des diesjährigen Berliner Musikfests ist nicht das Eröffnungskonzert mit György Ligetis Le Grand Macabre, sondern ein reines Mendelssohn-Programm mit Jordi Savall. Das ist einerseits verständlich, andererseits merkwürdig. Verständlich, da Savall ein großartiger Musiker ist, und mehr noch, ein wundervoller, absolut uneitler Mensch, dessen ganze Erscheinung sich durch Noblesse und Güte auszeichnet. Entsprechend ist das große Publikum reich an spürbaren Savallverehrern. Merkwürdig ist es zugleich, da der Hauptsaal der Philharmonie erwartbar natürlich viel zu weit ist für Savalls Ensemble Le Concert des Nations mit seiner kleinen Besetzung (verglichen mit Sinfonieorchestern, für die der Raum konzipiert wurde) und auch den leiseren Originalinstrumenten, etwa den hölzernen Traversflöten, deren Obertonreichtum sich hier im Orbit verhaucht.
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