Klassische Musik, eine Marginalie der Kulturindustrie. Bei näherem Hinsehen: Klavierspieler bis zum Horizont. 80 Millionen allein im roten Reich der Mitte. Die wenigsten werden berühmt, selten die Besten. Vorbei die Zeiten, da der Markt in Pianisten wie Horowitz, Michelangeli oder Gould von Zeit zu Zeit eine neue Goldsau durch’s Dorf trieb. Die Dörfer wurden Megastädte, die Dorfstraßen sechsspurige Autobahnen. Alle paar Jahre Gender-übergreifend ein neuer Lang-Lang, alle sechs Monate ein neuer Geheimtipp. Der ungarische Pianist Sándor Falvai, musikalisch herangewachsen im sozialistischen Ungarn, war dem Direktzugriff der Rendite-Kultur lange entzogen. Er konnte altmodisch unmythologisch einer der großen Unbekannten des Katalogs werden.
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