Bühnenbildner stehen oft im Schatten der Sängerinnen, Schauspieler und Regisseurinnen – dabei erschaffen sie den Raum, in dem sich ein Stück, eine Regie entfalten kann, der auch unser Hören lenkt und an den sich Erinnerungen knüpfen können. Rufus Didwiszus, 1967 in Köln geboren, hat viele solcher Räume geschaffen, zuletzt den lauschig-abgründigen Guckkasten für Barrie Koskys bejubelte Salzburger Inszenierung von Jacques Offenbachs Orphée aux enfers. Am 12. Oktober hat in Zürich Helmut Lachenmanns Musiktheaterwerk Das Mädchen mit den Schwefelhölzern Premiere. Für Inszenierung und Choreographie des Ballettchefs Christian Spuck hat der 52-jährige die Bilder entworfen.Rufus arbeitet in der Kirchstraße in Moabit, erster Stock. Die Fenster sind offen, von draußen hört man Scharen von Kindern. An der Decke in etwa fünf Metern Höhe blättert zartrosa Anstrich aus Helmut Kohls Zeiten, ein Ofenrohr mündet direkt in den Putz, es gibt auch einen Flügel und ein Vibraphon. An den Wänden lehnen großformatige Holzdrucke voller Zeichen und Reihen. Wir setzen uns mit Cappuccino an einen gewaltigen, knapp kniehohen Tisch.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.