An rund 80 Prozent der bayerischen Grundschulen gibt es in den Jahrgangsstufen 3 und 4 seit einem guten Jahr nur noch halb so viel Musikunterricht wie zuvor, bestätigt die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler). Seit Beginn des Schuljahres 2024/25 können Grundschulen in Bayern in den Klassen 3 und 4 für vier bis fünf Stunden pro Woche frei wählen, ob Musik, Kunst oder »Werken und Gestalten« unterrichtet werden. In den Klassen 1 und 2 bestand dieser Fächerverbund ohnehin schon länger, in den Klassen 3 und 4 waren bis August 2024 für die ästhetischen Fächer allerdings feste Stundenkontingente vorgeschrieben: zwei Stunden pro Woche für das Fach Musik, eine für Kunst und zwei für »Werken und Gestalten«.
Auf Anfrage des Präsidenten des Bayerischen Musikrats, Bernd Sibler, erklärte Kultusministerin Stolz Ende Juli 2025 erstmals, welche Konsequenzen die von ihr angestoßene Reform für den Umfang des Musikunterrichts hat. Für das damals laufende Schuljahr erklärte sie: »Rund 18 Prozent der staatlichen Grundschulen erteilen das Fach Musik in Jahrgangsstufe 3 zweistündig und rund 80 Prozent unterrichten einstündig. In Jahrgangsstufe 4 haben sich rund 15 Prozent der Grundschulen für die Zweistündigkeit und rund 83 Prozent für die Einstündigkeit des Faches Musik entschieden.«

