Der Schriftsteller, Historiker, Journalist und Übersetzer Philipp Blom ist umgeben von Musikern aufgewachsen. Er wäre beinahe Geiger geworden, ist aber glücklich, »als sehr suchender Mensch« einen anderen Weg eingeschlagen zu haben. In Oxford und Wien hat er Philosophie, Geschichte und Judaistik studiert, heute widmet er sich sehr erfolgreich seiner Leidenschaft, dem Geschichtenerzählen. »In der angelsächsischen akademischen Welt gibt es die Haltung, dass es nicht an der intellektuellen Ehre kratzt oder einen zu einem weniger ernsthaften Forscher macht, verständlich für ein nicht akademisches Publikum zu schreiben und das auch als einen gewissen gesellschaftlichen Auftrag zu begreifen«, erklärt er. »Ob ich jetzt Radio mache oder Vorträge halte oder Bücher schreibe, letztendlich sind das Transpositionen desselben Stücks für verschiedene Instrumente. Fiction und Non-Fiction sind lediglich zwei verschiedene Arten des Geschichtenerzählens: Bei der einen darf ich etwas erfinden, bei der anderen nicht.« Der Geige ist Blom trotz allem treu geblieben. Er übt jeden Tag, macht Kammermusik und moderiert Gesprächskonzerte im Wiener Konzerthaus. Per Videocall spreche ich mit ihm über die Macht von Geschichten, das Ende der Beherrschung der Natur, Verführung als Ziel und was all das mit dem Musikbusiness zu tun hat.
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