Am Abend des 21. Novembers im Jahr 2015 blockierte ein Pulk von Demonstranten die gläsernen Türen des Teatr Polski in Breslau. Es handelte sich um Mitglieder der katholischen Krucjata Różańcowa za Ojczyznę (»Rosenkranz-Kreuzzügler für das Vaterland«) und rechtsextremer Gruppen wie der Allpolnischen Jugend und der Nationalen Wiedergeburt Polens. Mittendrin unter anderem berüchtigte Nationalisten wie Piotr Rybak, der später eine Haftstrafe absaß für das öffentliche Verbrennen einer lebensgroßen Puppe, die einen Juden symbolisieren sollte.
Die Katholiken beteten für die Seelen der Schauspieler, des Regisseurs, des Publikums. Die Skinheads grölten den vorbeikommenden Zuschauerinnen und Zuschauern Beleidigungen entgegen. Piotr Rudzki, Historiker und Dramaturg am Teatr Polski, meint, das sei der Tag gewesen, »an dem der Freiheit der polnischen Kunst und Kultur der Kampf angesagt wurde.«

