Sie singt die großen (verrückten) Frauenrollen an der Komischen Oper Berlin: Nicole Chevalier. Die Sopranistin wurde in Chicago geboren, sang an verschiedenen deutschen Opernhäusern und wurde unter anderem für ihre Darstellung der Violetta Valéry in Verdis La traviata an der Staatsoper Hannover gefeiert. Von 2012 bis 2017 war sie festes Ensemblemitglied der Komischen Oper und war dort zuletzt als Medea (Aribert Reimann) und in den Frauen-Partien von Hoffmanns Erzählungen zu erleben, nun kehrt sie regelmäßig als Gast zurück. Arno Lücker hat Chevalier ein paar Tage vor der Semele-Premiere an der Komischen Oper zu einem Gespräch getroffen.

VAN: Frau Chevalier, die Komische Oper Berlin hat eine hervorragende Zuschauerauslastung. Sie haben aber bestimmt schon einmal an anderen Häusern mit weniger Publikumszuspruch gesungen. Bekommen Sie das mit, wenn der Saal nicht ganz gefüllt ist?
Nicole Chevalier: Ja, das bekomme ich mit. Natürlich gibt es Momente, in denen man ins Publikum schaut und sieht, dass noch Plätze frei sind.

