Den Kirchen in Europa laufen die Gläubigen weg, Statistiken belegen es Jahr für Jahr. Um diesen Trend aufzuhalten, überlegen sich Katholiken und Protestanten in Deutschland viel. Vor allen Dingen wichtig scheint dabei: dass der Gottesdienst oder die Messe frisch, jung, zeitgemäß und zugänglich sein soll. Denn, so glaubt man, die tradierten sprachlichen und musikalischen Formen schrecken die Leute ab. Das soll verhindert, Abholung dagegen ermöglicht werden. Dieser Modernisierungswahn hat seit einigen Jahrzehnten auch die Kirchenmusik ergriffen. Sie wurde popularisiert, in der Hoffnung, dass einfache Texte und simpelste Melodien die Gläubigen irgendwie in der Kirche halten können. Doch ich frage mich: Ist auch nur ein Christ weniger ausgetreten, weil er sonntags statt mit einer Orgelimprovisation mit einem E-Gitarrensolo beglückt wurde?
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