Vom stetig wachsenden Universum der Musik war hier in den vergangenen drei Wochen die Rede, und davon, wie die Musikpädagogik auf diese Entwicklung reagieren solle.Zwei Professoren sind zu Wort gekommen, die ihre Raumstationen offenbar in weit voneinander entfernten Galaxien dieses Universums eingerichtet haben. Und dazwischen eine Studentin, die sich ganz schön strecken muss, um Sichtkontakt zu den beiden Außenposten herzustellen.Heute nun eine Stimme aus der Schulpraxis. Ich bin Grundschullehrer in Bielefeld, verfolge die Diskussion um ›guten‹, Teilhabe ermöglichenden Musikunterricht schon seit etlichen Jahren (wenn auch aus zunehmender Entfernung) und möchte von der Grundschul-Bodenstation in die unendlichen wissenschaftlichen Weiten hinausrufen: Alles roger! Oder fast alles! Und wenn nicht, dann liegt es nicht immer an euch!

Darf’s auch etwas weniger sein – Musikunterricht im Grundschulalltag

Damit Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen codiert, exklusiv, elitär sein könnte, müsste er zunächst einmal verlässlich und ohne größere Hemmnisse stattfinden. Aber hier hapert es in der Praxis häufig. An vielen Grundschulen wird Musik nur einstündig unterrichtet. Häufig fehlen die (Fach)lehrkräfte, aktuelle Herausforderungen wie die Inklusion oder die Integration neu zugewanderter Kinder erfordern oft zusätzliche Lehrer*innenstunden an anderer Stelle und manche Schulleitung kommt dann zu dem Schluss, durch Kürzungen bei den ›Blümchenfächern‹ Musik und Kunst den geringsten Schaden anzurichten. Der auf kulturpolitischer und auf Verbandsebene geführte Streit um und für das Fach Musik setzt sich also in den einzelnen Schulen fort, sofern Musiklehrer*innen vor Ort sind, die die Kraft dafür aufbringen.


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