Inmitten der diesjährigen Donaueschinger Musiktage entfaltete das Ensemble Resonanz am Samstagnachmittag gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio ein neues Werk von Mark Andre: rwh 1. Das aramäische »Ruach« umfasst das Wortfeld Wind, Geist und Atem. Das Stück ist zerbrechlich, von explosiver Innerlichkeit. Die Musiker sind wie ein Kreuz im Raum verteilt, das Publikum wird von den sensibel und akribisch gesteuerten Klängen eingefasst.Innerhalb des Festivalprogramms – am Tag nach dem mit dem Orchesterpreis ausgezeichneten, 50minütigen, multimedialen Bombastgewitter TRIO von Simon Steen-Andersen für Orchester, Chor, Bigband, Video und Elektronik und direkt nach dem eher leichtfüßigen Remember Me von Gordon Kampe – bilden die von Mark Andre gestalteten 25 Minuten einen Kontrapunkt. Kein Video, kein Knall, keine Performance, kein Meta-Konzept, stattdessen Fragilität, Strenge und Zurückhhaltung. »Ich hatte Sorge«, erzählt er bei einer Apfelschorle mit Eiswürfeln kurz nach der Premiere im Hirschen. »Sorge zu polarisieren.«


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... hat französische und deutsche Literatur sowie Kulturmanagement in Bonn, Paris und Hamburg studiert. Heute arbeitet sie als freie Journalistin, Kuratorin und Dramaturgin im Bereich klassischer Musik. Unter anderem ist sie für die Donaueschinger Musiktage oder die Elbphilharmonie tätig, kuratiert die Philosophiereihe »Bunkersalon« mit dem Ensemble Resonanz, entwickelt die globale Konzertreihe »Outernational« und schreibt für das VAN Magazin.