Die Verbindung von Ästhetik und Moral hat sich aus einer langen europäische Denktradition heraus entwickelt. Seit der Antike existiert die Vorstellung der Einheit von Wahrem, Guten und Schönen in einer Person als erstrebenswerte Charaktereigenschaft, bei Platon und Plotin als Kalokagathia, später als die ›Schöne Seele‹. Mit Schiller wird die Idee einer Vervollkommnung zur harmonischen Menschlichkeit das Ziel der ästhetischen Erziehung. Die Denkfigur lautet, dass der Mensch in der Auseinandersetzung mit Schönheit, Kunst und Kultur zu einem kultivierten, moralisch guten Menschen wird. Jonathan Demme führt im Schweigen der Lämmer diese Schönheit und Kultiviertheit als etwas vor, das lediglich als zerbrechliche Schicht über einer grausamen Realität liegt.


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