»Bedecke deinen Himmel, Zeus, mit Wolkendunst!« Kerzengerade und konzentriert steht Konstantin Krimmel mit schwarzer Fliege und blank polierten Schuhen auf der Bühne des Berliner Konzerthauses und singt Schuberts Miniatur-Drama Prometheus. Es ist eine kleine Masterclass in der Kunst kultivierten Liedgesangs: Er artikuliert mit messerscharfer Klarheit, gibt jeder Phrase eine andere Farbe, singt in einem Augenblick zart zurückgenommen, um die Stimme im nächsten Moment intensiv aufblühen zu lassen. Dabei behält er stets die ungekünstelte Ausstrahlung eines bodenständigen Natur-Burschen.

Konstantin Krimmel ist zwar erst Anfang dreißig, gilt im Lied- und Konzertfach aber schon jetzt als Ausnahmekünstler. Auch sonst hat er eine Bilderbuchkarriere hingelegt: Er ist unter anderem Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs und seit 2021 Ensemble-Mitglied der Bayerischen Staatsoper. Ich erreiche ihn per Videocall in seinem Hotelzimmer in Frankfurt, wo er gerade ein neues Konzert vorbereitet. 


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… lebt in Berlin und arbeitet als freischaffende Sängerin und Musikjournalistin (u.a. für Opernwelt, Crescendo, TAZ).