So gut passte selten ein Deckel auf einen Topf, ein Konzerthaus zum Musikleben einer Stadt. Endlich hat München sich entschieden. Naja, nicht ganz München, sondern eine rund 90 Personen umfassende Jury wünscht es, dass der seit langem von wirklich vielen Münchenern ersehnte neue Konzertbau aussehen soll wie ein riesiger gläserner Sarkophag, 45 Meter hochragend auf einem Handtuchgrundstück von 3500 Quadratmetern. Natürlich muss man das, was das österreichische Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur entworfen hat, nicht Sarkophag nennen. Wenige Tage nach Vorstellung des Siegerentwurfs kursieren auch die Umschreibungen Panettoneschachtel, Schneewittchensarg, Heuschober; die Süddeutsche Zeitung hat sich für Kathedrale entschieden.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.