Überall wird gestreamt – schön, aber hört noch jemand Aufnahmen? Sie klingen besser, sie wurden unter Idealbedingungen konzipiert und realisiert als Kunstwerke fürs heimische Hören. Volker Hagedorn empfiehlt drei Pianist:innen und zwei Komponisten, für die der Mainstream noch nie eine Option war.

Hört eigentlich noch jemand CDs, oder wird nur noch gestreamt? So toll es ist, wie über dem Schweigen der Podien der virtuelle Raum für Musiker aufblüht –  mir kommt es vor, als würde mit dem Streaming auch der Ausnahmezustand zelebriert, abgekoppelt von allem Vorher und  Nachher. Dabei fehlt es ja nicht an der Zeit, sich mal ein paar richtig gute Aufnahmen anzuhören und sie vorher vielleicht sogar zu kaufen, nicht »Konserven«, sondern Werke mit Konzept, hoher Klangqualität, guten Texten dazu und vor allem Künstler:innen, die ihren Passionen folgen. Ich habe drei Favoriten, allesamt Pianisten, was insofern zur Lage passt, als sie zum Aufnehmen auch in normalen Zeiten in Klausur gehen.    


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.